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Musik ist ein weit verbreiteter Teil unseres täglichen Lebens

Oft spielt sie im Hintergrund- im Radio, im Supermarkt, in Massagepraxen, Wellnesseinrichtungen oder Hotelfoyers. Auf Konzerten hingegen spielt sie die sprichwörtlich erste Geige.
Musik ist eine Kunstform, die uns sehr stark beeinflussen kann. Sicher hast Du es schon einmal erlebt, dass Du ein Lied im Radio gehört hast, das Dich sofort an eine Situation oder einen Moment aus Deiner Vergangenheit hat erinnern lassen. Ganz detailliert, lebendig und mit all den verbundenen Emotionen. Stimmt’s?! Das ist die Kraft der Musik.

Die positiven Wirkungen von Musik

Aber Musik kann noch wesentlich mehr, als Erinnerungen hervorzubringen.
Wissenschaftler der Universität Groningen haben z.B. gezeigt, dass Menschen in einer freudigen Verfassung leichter in der Lage sind, die positiven Aspekte ihrer Umgebung wahrzunehmen. Freudige Musik die uns in einen freudigen Zustand versetzt, trägt also dazu bei, unsere Wahrnehmung zu verändern und Dinge gelassener zu sehen.
Musik ist auch in der Lage unseren Energielevel binnen weniger Sekunden zu verändern. Hast Du Dich beim Autofahren schon mal etwas müde gefühlt und im Autoradio ertönt plötzlich ein kraftvoller, treibender Song aus Deiner Jugend? Hast Du Dich dabei ertappt, wie Du sofort die Lautstärke aufgedreht und vielleicht sogar lauthals mitgesungen hast? Wie hast Du Dich danach gefühlt? Energetisiert! Stimmt’s?!
Darüber hinaus ist (insbesondere klassische) Musik dafür bekannt:

  • das Erinnerungsvermögen und die Kreativität zu steigern
  • die körperliche und geistige Entspannung zu fördern
  • die Tatkraft zu erhöhen
  • und das Lernen zu unterstützen

Musik als Heilmittel

Schon im Altertum wurde Musik zur Unterstützung von Heilbehandlungen verwendet. Auch aktuelle Untersuchungen, belegen die positive Wirkung von Musik auf unsere Gesundheit. Der Herzspezialisten Professor Dr. med. Hans-Joachim Trappe vom Marienhospital Herne kommt aufgrund seiner Forschungen zu dem Schluss, dass klassische Musik und insbesondere die Barockmusik gesundheitsfördernde Wirkungen hat.
Studien zeigten, dass Musik das vegetative Nervensystem beeinflusst. „Dadurch kommt es zu emotionalen, aber auch hormonellen Veränderungen“, erläuterte Prof. Dr. med. Hans-Joachim Trappe. „Nicht nur die Gemütslage kann sich positiv oder negativ verändern. Dadurch, dass das vegetative Nervensystem auch das Herz-Kreislauf-System kontrolliert, hat die Musik indirekten Einfluss auf die Herz- und Atemfrequenz sowie den Blutdruck.“ Ein blutdrucksenkender Effekt konnte bereits nach 10 Sekunden Beschallung festgestellt werden! (DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2014; 139 (51/52); S. 2619 – 2625).

Doch jeder Komponist und jede Kompositionsform haben Trappe zufolge unterschiedliche Effekte auf das Herz-Kreislauf-System.

Welche Musik für ist gut für was?

Nicht jede Musik gefällt jedem Menschen. Außerdem spielt die körperliche, geistige und seelische Verfassung eine entscheidende Rolle zusammen mit äußeren Einflüssen, Lebensalter und aktueller Lebenssituation. Dennoch haben sich verschiedene Musikrichtungen bei bestimmten Herausforderungen bewährt. Der klassischen Musik wird dabei das größte Heilspektrum zugeschrieben. Sie hat günstigen Einfluss bei Menschen mit Ängsten, Depressionen oder Herz-Kreislauferkrankungen. Sie wirkt konzentrationssteigernd, fördert die Merkfähigkeit, Kreativität und Tatkraft und wirkt sich positiv auf Hirnleistung und Immunsystem aus. Außerdem hilft klassische Musik bei Schmerzen, Stress und Schlafstörungen. (Quelle Dtsch Arztebl 2013; 110(51-52): A-2493 / B-2197 / C-2115)

Ein paar Empfehlungen klassischer Werke (Quelle: Deutsches Ärzteblatt | Jg. 110 | Heft 51–52 | 23. Dezember 2013)

Entspannung, Stärkung des Immun- und Nervensystems

Johann Sebastian Bach
Goldberg-Variationen (BWV 988)

Ludwig van Beethoven
Mondscheinsonate (op. 27, Nr. 2)
Klavierkonzerte Nr. 4 G-Dur (op. 58)

Frédéric Chopin
Fantasie-Impromptu (op. 66)

Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie Nr. 40 g-moll, 2. Satz (KV 550)

Förderung der Konzentration

Johann Sebastian Bach
Englische und französische Suiten (schnellere Sätze)
Toccata und Fuge d-moll (BWV 565)

Ludwig van Beethoven
Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur (op. 58)

Wolfgang Amadeus Mozart
Klavierkonzerte (schnellere Sätze)
Arie „Dies Bild ist bezaubernd schön“ (aus der Oper „Zauberflöte“) (KV 620)

Antonio Vivaldi
Konzerte für Streicher und Cembalo

Positiver Einfluss auf Herz und Kreislauf

Johann Sebastian Bach
Brandenburgische Konzerte (BWV 1046−1051)
Kantate 147 (Herz und Mund und Tat und Leben) (BWV 147)
Air (aus der Orchestersuite Nr. 3) (BWV 1068)

Georg Friedrich Händel
Wassermusik
„Ankunft der Königin von Saba“ (aus dem Oratorium „Salomon“)

Wolfgang Amadeus Mozart
Andante und Variationen G-Dur für Orgel zu vier Händen (KV 501)

Wenn Du Dich das nächste mal nach einem arbeitsreichen Tag gestresst fühlst und es Dir schwerfallen sollte abzuschalten, erinnere Dich an die (Heil-)Kraft klassischer Musik. Lausche einem der o.g. Stücke und genieße deren wohltuende Wirkung.

Herzlich,
Carsten Brinker